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Faktor 2 - Städte Challenge:

Euskirchen entscheidet sich gegen die Teilnahme

In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Planung am 15.04.2021 stellte Die LINKE den Antrag, dass Euskirchen an der „Faktor 2 – Städte Challenge“ teilnimmt. Dabei handelt es sich um einen Wettbewerb zwischen Städten in Deutschland, bei dem es darum geht, als erste Stadt die Photovoltaikenergie-Produktion pro Einwohner:in zu verdoppeln. Die Stadt, die das als erste schafft, gewinnt die „Faktor 2 - Städte Challenge“. Euskirchen hat grundsätzlich ein großes Ausbau-Potential. Auf den Dachflächen und bestimmten Freiflächen in der Kreisstadt Euskirchen könnten Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von bis zu 770.000 kWp installiert werden. Aktuell genutzt sind davon ca. 68.000 kWp.

Unser Antrag wurde leider mit einer knappen Mehrheit von zehn zu elf Stimmen abgelehnt. Als Argument für die Ablehnung wurde der Aufwand für die Stadtverwaltung genannt. Der Aufwand für die Stadtverwaltung hätte sich darauf belaufen, einmal im Monat die aktuellen Daten aus dem Marktstammdatenregister an die Organisator:innen der „Faktor 2 - Städte Challenge“ zu übermitteln. Der zeitliche Aufwand beliefe sich dabei auf circa eine Stunde im Monat. Andere Städte wie zum Beispiel Deggendorf haben sogar gänzlich ohne eine Abstimmung in einem Gremium an der „Faktor 2 – Städte Challenge“ teilgenommen, weil „die Teilnahme am Wettbewerb keine formelle Beschlussfassung voraussetzt und durch die Anmeldung keine unmittelbaren Kosten entstehen“.

Auch der Aufwand für medienwirksame Maßnahmen zur Bewerbung von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern wäre gering gewesen, da bereits im interfraktionellen Arbeitskreis Klimaschutz Bekenntnisse gemacht wurden, Klimaschutz und Klimafolgenanpassung höher zu priorisieren. Es sind bereits Projekte und Workshops zum Thema Klimaschutz in Planung oder bereits umgesetzt wie zum Beispiel das „Grüne Klassenzimmer“. Hier wären Verknüpfungspunkte mit starken Synergieeffekten vorhanden gewesen, wenn zum Beispiel auch Workshops und technische Beratungen über das Potential von Photovoltaik für Dachbesitzer:innen geplant würden.

Außerdem sind bereits zwei neue Solarparks in der Kreisstadt Euskirchen in Planung. Zum einen der Solarpark Veynau und zum anderen der Solarpark Wüschheim. Letzterer wurde noch in derselben Sitzung wie dieser Antrag behandelt.

Unter diesen Umständen hätte also nicht einmal ein umfangreiches Konzept zur schnellstmöglichen Umsetzung des Ziels der „Faktor 2 - Städte Challenge“ entwickelt werden müssen und der Aufwand wäre sehr gering ausgefallen. Für uns ist es daher unverständlich, dass dieser Antrag abgelehnt wurde, zumal die Teilnahme am Wattbewerb das Image Euskirchens als nachhaltige Stadt deutlich verbessert hätte.

Es zeigt allerdings auch, dass die Priorität des Themas Klimaschutz für die Kreisstadt Euskirchen offenbar doch noch nicht so hoch gesetzt ist, wie es notwendig wäre. Es bleibt abzuwarten, was im interfraktionellen Arbeitskreis Klimaschutz weiter besprochen und ausgearbeitet wird.